Die Gault Millau-Tester haben ihre Wertungen für 2021 abgegeben. Die Vorarlberg-Ergebnisse im Überblick.

Er gilt als einer der renommiertesten Restaurantführer der Welt. Seine Präsentation wird jedes Jahr mit Spannung erwartet. Wer steigt auf? Wer steigt ab? Wer fliegt raus? Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Kürzlich wurde der Gault Millau Österreich 2021 präsentiert. In Vorarlberg ist in der Spitzengruppe nahezu alles beim Alten geblieben. Darunter hat sich einiges getan.

Die Gastronomie wurde in den vergangenen Monaten auf eine harte Probe gestellt. Der erste Lockdown im Frühling, der zweite im Spätherbst. Viele fragten sich: Gehen die Tester heuer mit den Küchenchefs so hart wie immer ins Gericht oder lassen sie etwas Milde walten? Der Grundtenor in der Ausgabe 2021 sei durchgehend positiv, sagt Herausgeberin Martina Hohenlohe (48) im Gespräch mit den „Vorarlberger Nachrichten“. „Das war uns besonders wichtig. Die Gastronomie hat heuer ein schweres Los gezogen, wie viele andere Branchen auch, aber es macht keinen Sinn, das sprichwörtliche Haar in der Suppe zu suchen. Ebenso haben Covid-begründete Maßnahmen wie etwa eine verkleinerte Speisekarte oder ein kleinerer Personalstand keinen Niederschlag in der Bewertung gefunden.“

Auf Pole-Position-Kurs
Der beste Koch Vorarlbergs ist Max Natmessnig vom Rote Wand Chef‘s Table im Schualhus. In der letzten Ausgabe wurde der Shootingstar mit 18 Punkten bewertet, nun konnte er noch einmal einen halben Punkt drauflegen. Der Gault Millau spricht von „einer der besten Küchen im Alpenbogen, von Wien bis an die Côte d’Azur“. Martina Hohenlohe ergänzt: „Hier ist jemand schwer auf Pole-Position-Kurs. Max Natmessnig ist jemand, den wir besonders genau im Auge behalten werden.“ Ein besonderes Erlebnis sei auch jeder Besuch im Restaurant Klösterle in Zug von Katia und Gerold Schneider (Almhof Schneider) gewesen. Im Dezember 2019 haben dort Jakob Zeller und Ethel Hoon das Zepter in die Hand genommen. Er kommt aus Südtirol, sie aus Singapur, kennengelernt haben sie sich in einem der besten Restaurants der Welt, im einstigen Fäviken Magasinet in Nordschweden. Für den Gault Millau sind sie die „Newcomer des Jahres 2021“. „Eine extrem spannende Küche als Spiegelbild ihrer internationalen Erfahrungen und dem Einfluss des Ortes des Geschehens, nämlich Lech“, schwärmt die Herausgeberin.

Ebenfalls neu in der Wertung: Das Weiss in Bregenz. Küchenchefin Milena Broger kochte davor im eben zitierten Klösterle und war dort vor zwei Jahren Vorarlbergs Neueinsteigerin des Jahres. Seit Sommer bespielt sie gemeinsam mit Theresa Feurstein und Erik Pedersen das Restaurant in der Anton-Schneider-Straße 5. Der Gault Millau vergab auf Anhieb 15 Punkte und drei Hauben: „Die Gerichte strotzen allesamt vor Kreativität und Leidenschaft“, urteilen die Kritiker.
Ein Restaurantführer im Lockdown-Jahr? Es habe Überlegungen gegeben, die aktuelle Ausgabe ausfallen zu lassen. Man sei dann aber rasch zu dem Entschluss gekommen, „dass ein Nichterscheinen des Guides das falsche Signal wäre. Es käme einem Totreden der Branche gleich und das ist das Letzte, was sie jetzt braucht und auch das Letzte, was wir bewirken wollen“, unterstreicht Martina Hohenlohe. Allerdings sei es nicht möglich gewesen, alle Restaurants zu testen, weil manche nach dem ersten Lockdown bis zum Winter nicht mehr geöffnet hatten. Diese Betriebe sind mit einem Fragezeichen (?) gekennzeichnet.


Gault & Millau:
Restaurantguide Österreich 2021

Herausgeber und Chefredaktion:
Martina und Karl Hohenlohe
Erhältlich: Buchhandlung „Das Buch”
im Messepark, Messestraße 2,
A-6850 Dornbirn, Tel. +43 5572 29570
E-Mail: info@das-buch.at
ISBN 978-3-9504812-3-5
Preis: EUR 39,00